Dead End

Von: David Signer

Das Reisen hat in der Schweiz Tradition, speziell auch literarisch. Ella Maillart, Annemarie Schwarzenbach oder Nicolas Bouvier haben eine Reiseerzählung begründet, die bis heute weiterlebt, zum Beispiel bei Manuela Di Franco und David Signer. In Der Himmel ist grün erzählt Di Franco von einer unruhigen Reise nach Pakistan und Indien, die im heute umkämpften Swat-Tal zur Ruhe findet. Der NZZ-Journalist und Autor David Signer schickt im Erzählband Dead End seine Helden dagegen in eine existentielle Sackgasse, aus der es keine Rettung gibt. Im indischen Varanasi kreuzen sich die Wege der beiden Bücher. Sie gefallen durch ihre solide Erzählung, ihnen fehlt es mitunter aber an überraschenden Wendungen. (bm)

Eine Erbschaft in Valencia. Ein Club-Wochenende in Berlin. Das Wiedersehen mit dem Sohn eines alten Freundes. Eine Dienstreise in den Senegal. Nichts ist harmlos, nichts läuft wie geplant in David Signers bitterbösen und rabenschwarzen Erzählungen. Signers Protagonisten treffen alltägliche Entscheidungen, die sich als falsch erweisen. Als fatal. Sie entfesseln verhängnisvolle Ereignisse, denen wir als Leser und Leserin atemlos folgen. David Signers acht neue Erzählungen kreisen um biografische Wendepunkte, an denen bisher geregelte Existenzen aus den Fugen geraten. Eben noch im Alltag verhaftet, finden sich die Protagonisten plötzlich an fremden, düsteren Orten wieder. In Situationen, die sie überfordern. Oder in denen ihr Leben zu einem jähen Ende kommt. Dead End. Signer schickt in *Dead End* weiße europäische Männer im mittleren Alter ins Verderben. Ob in Varanasi oder in Zürich, alle jagen verlorenen Träumen und unstillbaren Sehnsüchten hinterher, neben denen die Fassaden der bürgerlichen Leben zu Staub zerfallen. Mit boshaftem Witz und klarer, verknappter Sprache ist Signer mit *Dead End* ein fesselnder Erzählband in Schwarz gelungen. (Buchpräsentation Lectorbooks)

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