De l'eau et d'autres désirs
Von: Luisa Campanile
- Samizdat, Genève, 2010
Die 1973 in Sion als schweizerisch-italienische Doppelbürgerin geborene Schauspielerin Luisa Campanile legt ihren ersten Gedichtband vor. Als würde sie wogende, manchmal gewaltsame Träume erforschen, lässt die Autorin den Leser in eine Abfolge von fein ziselierten Texten eintauchen. Etliche Bilder sind nur leicht metaphorisch und bilden den Zugang zu einer direkten, kraftvollen und unkonventionellen poetischen Wirklichkeit. Zwischen Leben und Tod transportiert hier das Wasser Zustimmung, Wut, Verwunderung und Enttäuschung. Gleichzeitig erneuert es auch das Vertrauen in das Leben, in die Kraft der Worte sowie in die Kraft des reinen Verlangens, das von allen einschränkenden Bedingungen reingewaschen ist. Diese Bedingungen nimmt die Autorin radikal auf : « Je termine de dire/Je ne tue pas les possibilités/Je choisis le meilleur pour la part de silence/Je ne crains pas la petitesse » . Die Texte in diesem kleinen, dichten Band sind sehr fliessend, dank einem musikalischen Stil, der mit belebenden Disharmonien durchsetzt ist : hier kondensiert sich ein zerbrechlicher, von unverstandenen Rhythmen durchdrungener Wunsch nach dem Unbekannten, der plötzlich auftaucht, wo man ihn nicht erwartet, und immer hartnäckig fortgeführt wird. (fd, Übersetzung von ja)