Dass wir uns haben

Von: Luise Maier

Der Debütroman der in Österreich geborenen und in Bayern aufgewachsenen Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts skizziert in Miniaturen schwierige Familienverhältnisse aus der Perspektive der jüngeren Tochter. In einer ländlichen Umgebung erlebt das Mädchen gemeinsam mit dem älteren Bruder die scheiternde Beziehung der Eltern, des gewalttätigen und grobschlächtigen Vaters und der ständig kranken Mutter. Mit einer knappen, spröden, zugleich poetischen und drastischen Sprache gelingt es Louise Maier, diese Abgründe adäquat aufzuzeigen. (jh)

Dass wir uns haben
Dieser Roman ist ein Kammerspiel mit vier Beteiligten. Eine Familie: Mutter, Vater, der Bruder, die kleine Schwester. In kurzen Sequenzen erinnert sich die Schwester an das Familienleben, so alltäglich wie existentiell. Von eindringlichster Nähe ist die Rede und von sprachloser Distanz. Dass es unter der Oberfläche brodelt, lässt sich schnell erahnen. Ein Aufeinanderbezogensein und ein Sich-Verlieren der Familienmitglieder werden diskret sichtbar gemacht, die Sehnsucht nach Zärtlichkeit ebenso wie die Erfahrung von Gewalt. Und als die Familie schließlich zerbricht, zeigt sich, dass trotz aller äußerlichen Veränderungen niemand leicht aus seiner Rolle kommt. Was das Mädchen erlebt, liegt oft außerhalb seines Fassungsvermögens, die kunstvolle Schmucklosigkeit, mit der die Autorin erzählt, gibt der Geschichte ihre ungeheure Kraft. (Buchpräsentation Wallstein)

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