Das Leben ist die grösstmögliche Ruhestörung
Von: Julia Kohli
- Lenos, Basel, 2024
In Julia Kohlis zweitem Roman Das Leben ist die grösstmögliche Ruhestörung (Lenos Verlag) bricht die 57-jährige Kulturmäzenin Matylda Żelichowska in der Zürcher Galerie ihrer Freundin Antonia zusammen und wacht erst im Krankenhaus wieder auf. Der Arzt diagnostiziert eine Altersanorexie, die Freundin eine Depression. Matylda will eigentlich nur ihre Ruhe, doch es gerät einiges in Bewegung: Sie begibt sich in eine Gruppentherapie, reist zu ihrer Tante nach Warschau und entdeckt einen Kunstraub. Nach ihrem Romanerstling Böse Delphine (Studer/Ganz-Preis 2018, Lenos Verlag 2019) gelingt Julia Kohli erneut eine unterhaltsame Geschichte und eine Ich-Erzählerin, deren kluge, witzige und böse Bemerkungen über die Gesellschaft und das Kulturmilieu ins Schwarze treffen. (rg)