Dans l'attente d'un autre ciel
Von: Damien Murith
- Editions d'en bas, Lausanne, 2021
Damien Murith veröffentlicht im gleichen Jahr zwei Bücher, die zwischen Prosa und Poesie, Erzählung und Empfinden oszillieren: Dans l’attente d'un autre ciel und Le deuxième pas handeln vom Schmerz in einer dichten, rhythmischen Sprache, die beim Lesen spannungsgeladen und manchmal erdrückend wirkt. Dans l’attente d’un autre ciel zeichnet das Drama einer zerrütteten Familie nach: Die Mutter kann sich nicht damit abfinden, dass der Vater fortgegangen ist. Kurze, abgehackte Sätze werden sparsam eingesetzt, um die Dringlichkeit des Gefühls und des einzelnen Augenblicks einzufangen und die alltägliche Gewalt spürbar zu machen, die das Kind Léo und seine Mutter verbindet. In Le deuxième pas lässt der Autor eine kollektive Stimme in der zweiten Person Plural sprechen, welche das erfahrene Leid zu benennen und in einen Takt zu bannen versucht. Beide Werke sind halsbrecherische Versuche auszudrücken, was sich jenseits der Worte befindet – ihre Lektüre verstört und lässt viele Fragen offen. (sb Übers. rg)