Carambole
Von: Jens Steiner
- Dörlemann, Zürich, 2013
Mit zarten Strichen, präzisen Bildern und einer beweglichen Sprache zeichnet Jens Steiner in seinem zweiten Roman Carambole das Bild einer hilflosen und überforderten Gesellschaft. Da sind die seit Jahren zerstrittenen Brüder, gefangen in ihrer Verletzung. Da ist die Familie, die auseinanderfällt, weil ihnen die Worte fehlen. Da ist der Nachbar, der ein Loch für einen Pool gräbt, aber vor allem tiefer und tiefer in die Erde und die Dunkelheit gelangen will. Zwölf Kapitel, überzogen von einer dünnen Schicht aus Melancholie, in denen uns der 38-jährige Autor in wechselnder Perspektive von der Einsamkeit und Sehnsucht der Bewohner eines Dorfes erzählt. Nominiert (Longlist) für den Deutschen Buchpreis 2013. (ava)