Autopsie d'un père
Von: Pascale Kramer
- Flammarion, Paris, 2016
Mittels einer französischen Familiengeschichte zeichnet Pascale Kramer das Bild eines Landes, das unfähig ist zum Dialog, geprägt von Verständnislosigkeit und Abschottung. Autopsie d’un père schildert die Tage vor und nach Gabriels Freitod. Der bekannte Journalist war nach rassistischen Äusserungen in Ungnade gefallen und hatte seine Stelle verloren. Die Erzählstimme folgt seiner Tochter Ania, ihrerseits Mutter eines gehörlosen Jungen. Der Roman kreist um die Frage, was von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Dabei geht er über das Private hinaus und erreicht eine gesellschaftsgültige Dimension. Jede der Figuren wird mit viel Empathie beschrieben, dabei zeigt das starke Buch ein düsteres Porträt des heutigen Frankreich. (ng, Übers. rg)