Ausser sich

Von: Ursula Fricker

Wie würde ich mich verhalten, wenn meine Partnerin, mein Partner krank, behindert, pflegebedürftig wäre? Diese Frage stellt sich Katja nicht mehr, nachdem Sebastian einen Schlaganfall erlitten hat. Das Leben völlig umkrempeln heisst es jetzt für sie: Sebastian, der Geliebte, das Gegenüber, ist zwar noch da, doch er kennt sie nicht mehr, reagiert nicht mehr. Katja nimmt die Herausforderung an. In Außer sich (nominiert für den Schweizer Buchpreis 2012) gelingt es Ursula Fricker, Katjas neuen Alltag in allen Details zu schildern, ohne einen depressiven Roman zu schreiben: Entsetzen, Trauer, Angst, Wut – sie sind da. Ebenso präsent sind die Erinnerungen an ein reiches gemeinsames Leben, die Katja jene Kraft verleihen, um die letzte Entscheidung zu treffen. (lst)

Ausser sich
Sommer in Berlin – und eigentlich wären Katja und Sebastian viel lieber im Bett geblieben an diesem Samstagmorgen. Endlich wieder einmal ausschlafen, endlich wieder einmal in den Tag hinein leben. Aber das Wochenende ist, wie so vieles im Leben des Architektenpaares, verplant, und sie machen sich auf den Weg, Freunde in Mecklenburg zu besuchen. Während der Fahrt passiert es: Sebastian erleidet einen Schlaganfall. Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus, und der Intensivmedizin gelingt es, Sebastian am Leben zu halten. Bald aber wird klar, dass er schwer geistig behindert bleiben wird. Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian? Das Buch erzählt Katjas einsame Auseinandersetzung mit den Grenzen ethisch-moralischer Grundsätze, folgt ihrem Weg hin zu einer endgültigen Entscheidung. Es ist die Geschichte einer starken Liebe. [Klappentext Rotpunktverlag]

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