Aus der Zuckerfabrik

Von: Dorothee Elmiger

Dorothee Elmigers drittes Buch präsentiert sich als Recherche über verschiedene Aspekte der kapitalistischen Gesellschaft: Kolonialismus, Rassismus und Sexismus. Dabei geht es der Autorin um die Frage, wie sich herrschende Ordnungen aufbrechen, Geschichten umkehren oder «transponieren», literarische Texte wie Max Frischs Montauk neu lesen und schreiben lassen. Zu den zitierten Büchern und Filmen gesellt die Ich-Erzählerin Erinnerungen, Träume, Alltagszenen, Dialoge und Erzählpassagen mit je eigener sprachlicher Stringenz. Selbstironisch porträtiert sie sich im «Gestrüpp» einer unglücklichen Liebe und ihres wuchernden Materials. Der kühn komponierte Bericht Aus der Zuckerfabrik ist «littérature engagée» im besten Sinn und liest sich mit Hochgenuss. (rg)

Sollten die Zusammenhänge dieser Welt einmal aufgelöst sein, man wäre froh, das Buch *Aus der Zuckerfabrik* von Dorothee Elmiger zu finden, um zu verstehen, was in der Vergangenheit vor sich ging. 'My skills never end' steht auf dem T-Shirt eines Arbeiters, der gerade seinen Lohn ausbezahlt bekommt. Am Strand einer karibischen Insel steht der erste Lottomillionär der Schweiz und blickt aufs Meer hinaus. Nachts drängen sich Ziegen am Bett der Autorin. Dorothee Elmiger folgt den Spuren des Geldes und des Verlangens durch die Jahrhunderte und die Weltgegenden. Sie entwirft Biographien von Mystikerinnen, Unersättlichen, Spielern, Orgiastinnen und Kolonialisten, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn. *Aus der Zuckerfabrik* ist die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen. Ein Text, der den Blick öffnet für die Komplexität dieser Welt. (Buchpräsentation Hanser Verlag)

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