Aus der Zuckerfabrik
Von: Dorothee Elmiger
- Hanser, München, 2020
Dorothee Elmigers drittes Buch präsentiert sich als Recherche über verschiedene Aspekte der kapitalistischen Gesellschaft: Kolonialismus, Rassismus und Sexismus. Dabei geht es der Autorin um die Frage, wie sich herrschende Ordnungen aufbrechen, Geschichten umkehren oder «transponieren», literarische Texte wie Max Frischs Montauk neu lesen und schreiben lassen. Zu den zitierten Büchern und Filmen gesellt die Ich-Erzählerin Erinnerungen, Träume, Alltagszenen, Dialoge und Erzählpassagen mit je eigener sprachlicher Stringenz. Selbstironisch porträtiert sie sich im «Gestrüpp» einer unglücklichen Liebe und ihres wuchernden Materials. Der kühn komponierte Bericht Aus der Zuckerfabrik ist «littérature engagée» im besten Sinn und liest sich mit Hochgenuss. (rg)