Alles ist noch zu wenig
Von: Katja Schönherr
- Arche, Zürich-Hamburg, 2022
Katja Schönherrs Roman ist eine gut geschriebene, präzise beobachtete Darstellung typischer Konflikte dreier Generationen, vertreten durch die pubertierende Lissa, ihren geschiedenen Vater Carsten und die 84jährige Grossmutter Inge. Carsten weicht allen Forderungen, die seine Familie an ihn stellt, aus; Lissa ist ein ungeduldiger Teenager, der sich noch nicht abgefunden hat mit der Unvollkommenheit der Welt, und Inge vergiftet das Verhältnis zu ihrem Sohn mit zynischen, abwertenden Gedanken und Bemerkungen. Als sie stürzt und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzieht, kommen Carsten und Lissa für einige Wochen von Berlin in Inges Haus auf dem Land und kümmern sich um sie. Durch den Umgang der Figuren mit dieser neuen Situation kommt Bewegung in die festgefahrenen Beziehungen. (vb)