Kuno Raeber
1922-1992
Kuno Raeber wurde 1922 in Klingnau (AG) geboren. Er wuchs in Luzern auf. Nach dem Humanistischen Gymnasium war er kurze Zeit Novize in einem Jesuiten-Kloster, dann studierte er Geschichte, Germanistik und Philosophie in Basel, Zürich, Genf und Paris. 1950 promovierte er über die Geschichtsbibel von Sebastian Franck. 1951/52 hatte er die Leitung der Schweizer Schule in Rom inne. Auch wenn er in den darauf folgenden Jahre anderswo (Tübingen, Hamburg, New York) lebte, blieb die «ewige Stadt» als Kulisse für die meisten seiner Werke zentral. Er wurde wissenschaftlicher Assistent, heiratete und gründete eine Familie. Ab 1958 lebte er als freier homosexueller Schriftsteller in München. Der Lyriker und Autor von Romanen, Hörpielen, Essays, Rezensionen, Theaterstücken, Reisebüchern und Erzählungen erhielt zahlreiche Preise, unter anderem 1969 die Ehrengabe der Bayerischen Akademie der schönen Künste, 1973 den Tukanpreis der Stadt München, 1979 den Luzerner Literaturpreis, 1989 den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und 1991 den Kunstpreis der Stadt Luzern. Er starb 1992 während eines Besuchs in Basel an den Folgen seiner Aidserkrankung.